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Es werden Posts vom Dezember, 2022 angezeigt.

30.12.22 Nkhata Bay

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Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ich habe noch eine ganze Woche in Malawi vor mir. Wahrscheinlich werde ich fünf Nächte hier bleiben. Die Atmosphäre ist entspannt – die Eco-Lodge betreibt eine Community Einheimischer. So kommt das Geld bei den richtigen Leuten an. Die Lodge liegt auf einem Felssporn über dem See. Ein paar Stufen tiefer am Wasser liegt die Bar, es gibt einen Steg, an dem man sitzen und vielleicht auch liegen kann.  Unter der Tür unseres Schlafsaals wohnten heute morgen tausende geflügelte Ameisen. Die Kompost-Toilette muss ich noch fotografieren. Eigentlich verabscheue ich Plumpsklos – dieses hier ist echt cool. Man schaut beim Stuhlgang über den See und blickt ins Grün. Am Ende wirft man ein paar Schaufeln Asche aufs Häufchen. Ebenso originell ist die Dusche. Aus Naturstein gemauert , ohne Tür mit einem schneckenförmigen Eingang. Man steht im tropischen Grün, und wenn man Glück hat, gibt es warmes solar erhitztes Wasser (ich hatte keins am Morgen). Komposttoi...

29.12.22 Fahrt nach Nkhata Bay

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Wolken über der Insel   Sieben Uhr, ich sitze im Restaurant auf der Terrasse mit Blick zum See. Ein Blitz zuckt, Cape Maclear in der Ferne hängt in Wolken – es regnet dort. Die Berge auf einer Insel in dieser Richtung sehen phantastisch aus.  In verschiedenen Abstufungen von grau halten sie eine Regenwolke in ihrer Mitte gefangen. Hinter dem Malawisee erstreckt sich eine Gebirgskette – so kann man das Ende des Sees erahnen. - Auch hier sieht es nach Regen aus. Ich werde auf das Taxi zurückgreifen müssen nach Salima. ... Inzwischen steht auch das Frühstück auf dem Tisch.  - Zum Glück reichte für den Beginn das Motorrad bis zur Kreuzung in Senga Bay. Von dort nahm ich ein Shared Taxi nach Salima zur Busstation. Das Stück zur Abfahrt der Busse nach Norden musste ich nochmal ein Motorrad nehmen. Der Fahrer des nächsten Shared Taxis sagte mir, er würde bis Nkhata Bay fahren – ich war überglücklich für den Moment. Nach zwei Stunden, ich hatte schon 10.000 von 15.000 Kwatcha für...

28.12.22 Senga Bay

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Kinderspielzeug Fischräucherei Fischlein Einbaumschnitzen Entladen der Fähre Faszinierende Geschäftigkeit Schwere Lasten Die Fähre aus der Ferne Beiboot ... Schiffsbau Spannendes Handwerk Stahlschiffe Einbäume Die Fähre Ilala                         Boote vor der Fähre                 Trotz aller ersten Enttäuschung bezüglich Senga Bay: der Vormittag war ein Volltreffer. Der Strandspaziergang zurück zu den Booten – vorbei bei den Fischern. Dann entdeckte ich dazwischen jemanden, der einen neuen Einbaum fertigte – doch nicht nur archaisch, wie ich dachte. Aber nach wie vor wird zumindest die feine Kontur mit einer Art Hacke gefertigt. Ich musste das Boot streicheln, es fühlte sich fantastisch an. Auf dem Rückweg erkannte mich der Handwerker und grüßte freundlich. Auf meinem Hinweg erkannten mich einige, denen ich gestern beim Schieben der großen, schweren Boote geholfen hatte. Am Ende sah ...

27.12.22 Senga Bay

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Thumbi View Lodge Thumbi Island In den letzten Tagen habe ich schlecht geschlafen. Seit dem Abendessen gestern ging tropischer Regen nieder – stundenlang. Morgens gegen drei Uhr trommelte es immer noch auf das Blechdach. Ich hatte immer nur stundenweise geschlafen, dazu kam noch eine Mücke, die es unters Moskitonetz geschafft hatte. Zum Frühstück klarte es auf. Beim Schneider hab ich wieder eine Naht an einem Packsack nachziehen lassen – Frühstück gab es dann erst verspätet um acht. Kurz nach acht Uhr dreißig hatte ich ausgecheckt und meine Rechnungen bezahlt. 53.000 Kwatcha für dreimal Abendessen und zweimal Mittag, dazu knapp zehn Minibier – dreiundfünfzig Euro. Mit den neunzig Euro für die Übernachtung komme ich auf fünfzig Euro am Tag – unterm Strich garnicht so schlimm. Motorradtaxi mit meinem Rucksack - er lud mich kurz zu sich nach Hause ein   Ein Motorradtaxi brachte mich für 4.000 Kwatcha nach Monkey Bay. Es war das erste Mal ein schickes Bike in gutem Zustand. Als kurz na...

26.12.2023 CapeMaclear

Kurz vor fünf Uhr wurde ich wach. Die Vögel zwitscherten wild wie im europäischen Frühling. Grund genug, wach zu bleiben. Eigentlich wollte ich mich umdrehen und weiterschlafen. Aber egal: ich werde die Lodge heute voraussichtlich nicht verlassen. Ich bleibe bei Juli Zehs „Über Menschen“. Sieben Uhr dreißig gab’s Frühstück, dann wechselte ich mit dem Buch auf eine der Liegen mit Blick über den See. Als ich zum Zimmer zurückkehrte, um mir Badehose, Schnorchel und Sonnencreme zu holen und zurück zur Liege wollte, erwischte ich genau die eine Minute, als Maille und Melissa bepackt von ihrer Insel die Straße entlang kamen – auf dem Weg zu den Mopeds, um nach Senga Bay zu kommen. Ich werde das morgen tun – und sehe die beiden hoffentlich wieder. Auch Jordi fährt dahin nach Salima. Silvester verbringe ich lieber wieder ruhig in einem Nationalpark. Ich hab mir den Ntchisi Forest ausgesucht. Vielleicht geht’s auch zum Nkothakota Game Reserve. Für morgen und die Tage danach in Senga Bay muss ic...

25.12.22 Cape Maclear

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Nein, ich fühle mich hier nicht wirklich wohl. Die Sicht auf den See ist phantastisch. Das Improvisierte an der Lodge ist okay, aber es fehlen ein paar liebevolle Details. Am Strand liegt viel Müll und vor allem wird man von den Einheimischen bedrängt und indirekt angebettelt, auch direkt. Der Sand ist scharfkantig, dass man barfuss nicht gut und gern darüberläuft. Außerdem endet der Strand nach einem Kilometer an dem Zaun einer Lodge – kein Weiterkommen zu den Klippen. Gestern wurde hinter meinem Zimmer noch bis fast in den Morgen hinein gefeiert – lautstark, Discomusik – irgendein Schrott. Als ich abends noch einmal hinlief, sah ich irgendwo in einem Saal, aus dem die Musik kam, farbige Lichter aufleuchten. Vor dem Saal standen gefühlt alle Kinder und Jugendlichen des Ortes, die nicht da rein durften. Ich wollte da nicht rein. Es wirkte nicht interessant, nicht einladend. Ich ging nochmal die „Hauptstraße“ ab, um Kleingeld für die Kollekte in der Kirche zu haben. Dazu kaufte ich mir ...