29.12.22 Fahrt nach Nkhata Bay
Sieben Uhr, ich sitze im Restaurant auf der Terrasse mit Blick zum See. Ein Blitz zuckt, Cape Maclear in der Ferne hängt in Wolken – es regnet dort. Die Berge auf einer Insel in dieser Richtung sehen phantastisch aus. In verschiedenen Abstufungen von grau halten sie eine Regenwolke in ihrer Mitte gefangen. Hinter dem Malawisee erstreckt sich eine Gebirgskette – so kann man das Ende des Sees erahnen. - Auch hier sieht es nach Regen aus. Ich werde auf das Taxi zurückgreifen müssen nach Salima. ... Inzwischen steht auch das Frühstück auf dem Tisch.
-
Zum Glück reichte für den Beginn das Motorrad bis zur Kreuzung in Senga Bay. Von dort nahm ich ein Shared Taxi nach Salima zur Busstation. Das Stück zur Abfahrt der Busse nach Norden musste ich nochmal ein Motorrad nehmen. Der Fahrer des nächsten Shared Taxis sagte mir, er würde bis Nkhata Bay fahren – ich war überglücklich für den Moment. Nach zwei Stunden, ich hatte schon 10.000 von 15.000 Kwatcha für das Tanken angezahlt, obwohl wir nicht einmal zwanzig Prozent der Strecke zurückgelegt hatten, musste ich das Auto wechseln. Ich fühlte mich erst übers Ohr gehauen – aber erstaunlicherweise wurde bei den kommenden sechs Wechseln immer das kommuniziert und nur im vorletzten Auto musste ich den vereinbarten Rest bezahlen. Das stetige Wechseln und Warten, bis das Auto wieder voll wird, fraß Zeit, neben den sowieso häufigen Stopps zum Ein- und Aussteigen und des Verpackens riesiger Gepäckstücke oder einer lebenden Ziege in den kleinen Autos. Meist konnte ich vorn sitzen – nur einmal war ich zu viert auf der Mittelbank eingepfercht, einmal vorn mit all meinem Gepäck auf dem Schoss. Nach elf Stunden kam ich an, für dreitausend Kwatchha wurde ich bis vor die Lodge gefahren. Ich sagte den zwei Fahrern, dass ich das nur für die zwei Kilometer bezahle, weil ich müde bin. Außerdem waren die beiden sehr nett – und es regnete bei der Ankunft.
In der Lodge bekam ich nur ein Bett im Schlafsaal für zehntausend Kwatcha. Gregory heißt der Biologe aus Zürich, mit dem ich das Zimmer teilte, dazu noch Lukas aus Österreich – ich sprach eher mit seiner Freundin und Gregory an diesem Abend. Das Pärchen kommt wie Mélissa und Maelle über Sansibar und Tansania und ist auch Monate unterwegs. Als Krankenschwester findet sie problemlos einen neuen Job und er will ohnehin den Beruf wechseln. Gregory ist wie ich nur kurz hier. In den drei Wochen möchte er auch noch kurz nach Sambia und wieder zurück nach Malawi. Als Biologe und Doktorand hörte er in jeder Vorlesung von Malawi, hatte früher auch mal Malawi-Buntbarsche im Aquarium. Es war sehr angenehm, mit ihm zu reden – bisschen mehr als nur das Aufzählen der Orte, Länder etc.
Gegen zweiundzwanzig Uhr war ich dann in dem Sechsbettraum gelandet und hatte mich unter dem Moskitonetz eingerichtet.
