Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ich habe noch eine ganze Woche in Malawi vor mir. Wahrscheinlich werde ich fünf Nächte hier bleiben. Die Atmosphäre ist entspannt – die Eco-Lodge betreibt eine Community Einheimischer. So kommt das Geld bei den richtigen Leuten an.
Die Lodge liegt auf einem Felssporn über dem See. Ein paar Stufen tiefer am Wasser liegt die Bar, es gibt einen Steg, an dem man sitzen und vielleicht auch liegen kann.
Unter der Tür unseres Schlafsaals wohnten heute morgen tausende geflügelte Ameisen. Die Kompost-Toilette muss ich noch fotografieren. Eigentlich verabscheue ich Plumpsklos – dieses hier ist echt cool. Man schaut beim Stuhlgang über den See und blickt ins Grün. Am Ende wirft man ein paar Schaufeln Asche aufs Häufchen. Ebenso originell ist die Dusche. Aus Naturstein gemauert , ohne Tür mit einem schneckenförmigen Eingang. Man steht im tropischen Grün, und wenn man Glück hat, gibt es warmes solar erhitztes Wasser (ich hatte keins am Morgen).
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| Komposttoilette |
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Geschäftliche Aussichten
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Zum Frühstück hatte ich Toast mit Spiegelei und eine riesige Kanne Kaffee. Gregory kam dann dazu und wir hatten ein tolles Gespräch über Pflanzen wie Amorphophallus, von denen ich noch nicht wusste, dass sie neben dem aasigen Geruch der seltenen Blüte auch Wärme produzieren, um Insekten anzulocken. Dazu ging es um Ameisen und Bläulinge und vieles mehr. So macht Urlaub Spaß. Gregory arbeitet übrigens auch am botanischen Garten in Zürich, zu dem sein Institut gehört. Er hat auch schon Tillandsien zur Blüte ggebracht.
Ungeahnte Orgien, Sex ohne Ende: ich sitze am Steg der Lodge und blicke auf den See. Erst hatte ich mich über die Umweltverschmutzung ärgern wollen. Ich fragte lieber nach der Ursache der vielen dunklen schwarzen Wolken über dem See. Nein, es sind keine Fischer, die etwas verbrennen oder räuchern, keine pestenden Motoren. Purer Sex: Abermillionen von Fliegen, deren Larven sieben Jahre im See ruhen und leben, schlüpfen als Eintagsfliegen. Die Einheimischen essen sie und wo man sie findet, kommen die Welse nach oben, um sich leckeres Futter zu gönnen. Die Wolken vereinigen sich zu großen schwarzen “Rauchsäulen”, der Wind trägt sie über den See. Ich bin wieder einmal fasziniert.
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Millionen von Eintagsfliegen am Horizont
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Vorm Steg fischen zwei Locals mit einem Netz und ihrem Einbaum. Ich war bereits einmal Schnorchel, sitze nun fahrlässig im prallen Sonnenlicht – etwas eingecremt.
Ja – es gab deutlich mehrere Fischarten als in Cape Maclear, aber immer nur einzeln schwimmende Fische. Helles Lichtblau, neonfarben, langweilige Barsche. Überm See sieht man gelegentlich einen Eisvogel. Beim Schnorcheln merke ich, dass eine Brille ein Handycap ist. Ich sehe nur Farben, kann die Fische nicht wirklich gut sehen.
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| Bar-Terrasse |
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Echse mit blauem Schwanz
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| Bootsverleih |
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... mein Lieblingsplatz
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unser Restaurant
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