04.01.23 Lilongwe

In dieser Nacht hatte ich wieder besser geschlafen. Dass es heftigst geregnet hatte, lange und ausdauernd, blieb mir dennoch nicht verborgen. Am Morgen war der Spuk vorbei. 5.30 Uhr begann mein Tag. Vor der Toilette in den Bäumen und vorm Schlafsaal in den Mangobäumen turnten wieder einige Dutzend der schwarzgesichtigen kleinen Affen. Ich packte mein Zeug zusammen und saß 6.30 Uhr beim Frühstück. Der Regen hatte dem Personal heute viel abgefordert - es musste vieles aufgeräumt und aufgewischt werden, da die Palmblatt- oder Schilfdächer nicht mehr wirklich dicht sind. Zum Frühstück kamen fast alle noch einmal zusammen. Sven, von dem ich jetzt weiß, dass er auch seit 2001 radelt. Neben der Reiselust treibt ihn auch, ein wenig Gutes in die Welt zu tragen. Von einer NGO aus UK bekommt er bissel Geld, in der Lodge schlief er im Zelt. Ein Treiber war vielleicht auch, dass ihm 2005 sein unversichertes Haus abgebrannt war. Dazu Cornell, Gregory, der heute seinen Tauchschein beginnt – sicher auch, um in der Nähe von Grace zu bleiben. Holly, die gern noch ein paar Jahre mehr in der Butterfly Lodge bleiben will als die sechs bisher. Gaia und die italienische Kellnerin, die beide in Berlin arbeiten und aus Sizilien kommen. Dazu der Postmann, mit dem ich aber nie allein gesprochen hatte. Nach dem Frühstück nahmen wir herzlich Abschied - ein paar Nummern hatte ich noch getauscht und es wäre schön, den einen oder anderen wiederzusehen. Neun Uhr kam mein Mopedtaxi. Nun sitze ich im Shared Taxi, das aufgeräumt nur mit acht Fahrgästen nach Mzuzu fährt. Mein Bus geht dort zwölf Uhr ab, ich habe den Sitzplatz Nummer 44. Das Schreiben lenkt mich gerade von jeder Wehmütigkeit ab…

Die Fahrt nach Mzuzu lief reibungslos ohne viele Halte, zehn Uhr dreißig war ich an der Busstation angekommen. Ein kleiner Schwarzer umarmte meine Beine überraschend – eine gute Gelegenheit, das vorletzte Plüschtier zu verteilen. Es wurde mit großer Freude angenommen, auch die Großmutter freute sich sehr. Gestern abend hatten wir im Gespräch herausgefunden, dass die Lebenserwartung hier bei fünfundsechzig Jahren liegt. Dennoch sieht man nur äußerst selten alte Leute, sehr alte so gut wie garnicht.

Busstation in Mzuzu

Mein Bus fährt zwölf Uhr, ab elf dreißig kann ich einsteigen. Es geht ruhig zu hier an dieser Busstation. Chips, Hühnchen und Würstchen bekommt man hier fritiert – leider keine Samosas oder andere süße Teilchen. Leider auch keinen Kaffee.

Der Bus rollte zuverlässig und zügig durch die grüne Landschaft – die Gegend war deutlich dünner besiedelt.  Zwischendurch gab es mal schöne, markante Felsen. Gerade haben wir den Nachbarort des Flughafens passiert - es muss auch möglich sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hierher zu kommen und so die dreißig Dollar für das Taxi zu verringern. Ab Lumbadzi könnte man für die vier Kilometer ein Motorrad nehmen.







 

 

 

 

 

In etwa dreißig Minuten werden wir in Lilongwe ankommen - dann hat die Fahrt sechs Stunden gedauert. Sehr vernünftig für die recht weite Strecke. Es gab eine Pinkelpause und vielleicht noch sechs kurze Stops zum Aussteigen. 

Pool in der Korea Garden Lodge

Ich bin angekommen, habe ein Taxi für die anderthalb Kilometer genommen und mit dem Taxifahrer den Freitag elf Uhr für 30.000 Kwatcha vage vereinbart – ich würde noch einmal anrufen. Er empfahl, spätestens elf Uhr dreißig aufzubrechen.

Das Zimmer für etwa 35.000 Kwatcha hat ein eigenes Bad und ein Doppelbett. Im Zimmer schwirren ganz schön viele Mücken herum. Bisher gab es nicht so viele – hier wird das Moskitonetz wichtig. Sonst ist das Zimmer recht abgeranzt – aber egal für zwei Nächte. Auch das Dormitory war sehr elementar. In dem Preis ist ein Frühstücksbuffet dabei, wenn ich der Website trauen kann. Allein das dürfte das wert sein. Ich sitze am Pool – leider sind kaum Leute hier. Aus der Bar kommt Fussballgetöse vom Fernseher, ein schwarzes Pärchen hat die Bar verlassen, ein weiteres sitzt mit am Pool. Die Atmosphäre ist etwas steril – der Pool sieht nicht schlecht aus. Leider tabu für mich in diesem Urlaub. Ich vermisse die Typen aus der Butterfly Lodge…

Die meisten Bilder von heute sind durch die Scheibe des Busses aufgenommen – die Landschaft war wirklich schön und dünner besiedelt als am See entlang. Wir haben trotz des hohen Tempos auch nicht allzu viele Fahrzeuge überholt.


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