01.01.23 Nkhata Bay

Moschee in Nkhata Bay

Gegen sechs Uhr dreißig wurde ich wach. Es gab ein paar Typen, die die Nacht durchgefeiert hatten – es wurde lauter dann. Ich bewegte mich erstmal Richtung Bad – das ging erstaunlich reibungslos nach etwa zwanzig Bier gestern, Minibier. Danach setzte ich mich zum Frühstück. Einer der südafrikanischen Svens nervte, weil er völlig von Haschisch zugedröhnt war – kurz vor ernsthaftem Ärger mit einem der Einheimischen. Es war dessen Besonnenheit zu verdanken, dass es nicht eskalierte. Mit den Südafrikanern bin ich irgendwie generell nicht auf eine Linie gekommen. Nach dem Toast mit Rührei setzte ich mich wieder auf die Terrasse am Wasser. Gegen zehn lief ich bissel in den Ort hinein – ich wollte schauen, ob und wo ich am Montag Bargeld wechseln könnte. Die Geldautomaten habe ich gefunden, offensichtliche Wechselstuben leider nicht. Es war nichts besonders Bemerkenswertes auf diesem sieben Kilometer Spaziergang zu sehen. Bis Mittag habe ich hier einfach weiter abgehangen, weiter an Salman Rushdies "Golden House" gelesen – meinem gegen Juli Zehs "Über Menschen" eingetauschten Buch. Es hatte länger geregnet und es ist zu frisch, um kalt zu duschen. Die Sonne fehlt auch zum Wäschewaschen – sonst trocknet hier nichts.

Die Wäsche habe ich waschen lassen. Ich hatte mittags mal kurz ein Kayak ausgeliehen und war gleich beim Einsteigen gekentert. Die Luke ist zu klein, um ohne an einem Steg abzulegen, einsteigen zu können. Zum Essen ließ ich mir einen Burger kommen. Und Bier gab es erst wieder am Abend auf der Strandparty, auf die mich die italienische Kellnerin mit der blau geflochtenen Rastafrisur aufmerksam gemacht hatte. Mit Sebastian, dem Italiener rumänischer Herkunft, ihr und Gregory gings zur Party in der Nachbarbucht. Wie eine irre Raveparty oder ein Dorffest: zigtausend Locals, wir vier Weißen dazwischen. Ganz viele waren schon vor achtzehn Uhr schwer betrunken. Trotzdem, trotz Dunkelheit und Gedränge und ein paar wenigen aufdringlichen Kontaktversuchen eine sichere Angelegenheit. Es gab zwei Bier und ein paar Samosas – die Auswahl war weitaus größer, die fliegende Händler anboten. Hundertfachen Anstoßen mit den Fäusten – wir sind willkommen. Mir war es jedoch zu laut und zu voll – Ich entschied mich, zur Lodge zurückzukehren. An der Bar waren fast nur Männer, ich setzte mich zur netten Berliner Italienerin und dem koreanisch-malawischen Mischling. Später kam noch Gregory dazu. Wir quatschen über Schule, Schulsysteme, unsere Kids und Politik – sehr sympathisch, sehr anziehend. Kurz nach 21.30 Uhr reichte uns aber für heute. An der Bar waren kaum noch Leute - es hatten viele gestern sehr übertrieben. 

Party in der Nachbarbucht
Mit DJ und Stage

... und Tausende Menschen
Coole Stimmung...





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