24.12.22 Cape Maclear am Lake Malawi








Mein Wecker bimmelte wieder 5.15 Uhr – er war für die Safari gestern gestellt. Ich blieb dann dennoch wach, daddelte am Handy, packte für die Weiterfahrt. Vor der Hütte äste ein Buschbock.
Es gab dann ein letztes Frühstück am Fluss in der Kuchire-Lodge in Liwonde. Der kleine Waran war morgens noch ungestört und an gewohnter Stelle zu finden. Ich wäre eigentlich auch gern noch länger dort geblieben – fast fand ich es schöner als am Strand. Gegen 8.30 Uhr war ich reisefertig. Zuvor hatte ich mich noch bei den Briten erkundigt, welche Lodge hier besser ist. Ich entschied mich letztlich für die Thumbi-Lodge, verabschiedete mich noch von Jordi, der deutlich länger geschlafen hatte.
Das Bezahlen ging nur in Cash. Ich musste also noch einen Geldautomat finden – das machte es nicht einfacher. Auch vielleicht deshalb wurde ich auf Hotelkosten zur City gebracht – mit einem kleinen LKW ohne jede Federung. Daher schlichen wir oft mit nur zehn Kilometer pro Stunde um die Schlaglöcher herum, eine dreiviertel Stunde gefühlt. Am ATM stand eine riesige Schlange. Nochmal dreißig Minuten. Ich zog zweimal 120000 Kwatcha, die in 2000er Scheinen ausgegeben wurden. Meine Kreditkarte blieb drin. Zum Glück während der Banköffnungszeit. Es dauerte nochmal fünfzehn Minuten, ehe ich meine Karte wiederhatte. Von dort ging es im überfüllten Minibus bis Mangochi, langsam wurden immer wieder Leute eingesammelt und abgesetzt. Luft musste gepumpt werden. Zum Glück hatte ich einen Platz ganz vorn links. In Mangochi wechselte ich in ein shared Taxi  - wahrscheinlich ein Fehler. In dem VW-Tuaran großen Auto saßen zeitweise zwölf Menschen. Hinten zwischen die zwei Sitze wurde ein Jugendlicher gequetscht, ich saß da immer noch recht passabel. Dazu säckeweise Zeugs und wenigstens ein Huhn. Es dauerte Stunden, ehe es richtig voranging und der letzte Platz ausgeschöpft war. Dazu auch wieder tanken und luftpumpen. Irgendwann musste ich dann doch einmal auf Toilette. Dabei ist mir wahrscheinlich eine kleine Tüte mit dem Handgeld verloren gegangen – wahrscheinlich auf dem Sitz. Das waren allenfalls acht bis zehn Euro, verschmerzbar. Gegen fünfzehn Uhr hatte ich mein Zimmer, breitete mein Zeug aus, duschte und wusch das nötigste Kleinzeugs. Für dreißig Euro inklusive Frühstück ist das Zimmer mit Bad nicht gerade prickelnd – aber okay. Ich könnte morgen in ein besseres wechseln.

Dann bezahlte ich drei Nächte mit der Karte – wie es mit meiner Planung weitergeht, muss ich sehen. Ich fürchte, ich muss die Insel Likoma weglassen. Wenn hundertfünfzig Kilometer sieben Stunden dauern, brauche ich für 350km von Nkhata Bay zum Airport einen ganzen Tag – das werde ich nicht schaffen. Es sei denn, es gibt ein Schnellboot von der Insel nach Nkhata Bay.
Entgegen meiner Gewohnheit habe ich mich heute hier noch nicht umgesehen und die Lodge nicht verlassen. Ich habe mein Buch am Pool zu Ende gelesen, meinen Blog aktualisiert. Heute Abend neunzehn Uhr gibt es Abendessen. Auf der Insel Domwe rechts nebenan, die nur durch einen schmalen Wasserstreifen getrennt ist, verbringen die zwei Mädels Weihnachten. Bin gespannt, was sie berichten werden, wenn wir uns nochmal sehen. Da drüben muss es gänzlich ruhig sein. Es gibt nur einen Zeltplatz. Wenn ich geradeaus blicke, erscheint der See wie ein Meer: kein Land in Sicht – außer links ein paar Berge. Dann noch die kleinere Insel West Thumbi und vor uns ein Sandstrand. 
Die Mopedfahrt hierher war wieder sehr schön – wilde grüne Landschaft mit vielen Hügeln, Bergen und Felsen. Eigentlich war die ganze Fahrt schon durch eine schöne grüne Landschaft gegangen. Nur die unbequeme Reiserei hat es unangenehm gemacht. Rechts lag der Lake Malombe und in der Ferne irgendwo der Shirefluss, der Liwonde mit dem Malawisee verbindet.







Der Heiligabend ist hier sehr ruhig verlaufen. Ich hatte schlimmeres erwartet. Kurz zuvor hatte ich noch einen Strandspaziergang geschafft, bevor es dunkel wurde. Die Einheimischen sind etwas aufdringlicher hier und betteln etwas hartnäckiger. Das hatte die Freude etwas getrübt. Hier in der Lodge war es abends doch ganz nett. Es gab Buffet mit Chapati, Reis, Chicken Curry, Bananen Curry, Bohnen, Kraut und Gemüse sowie Falafel. Die Norwegerin mit ihren drei Kindern von Liwonde war hier zum Essen aufgetaucht - ihr Sohn ist für ein halbes Jahr hier zum Austausch.
Nach dem Essen wurde von Einheimischen dezent gesungen und getrommelt - das war ganz schön - aber auch nicht gerade lange.

Beliebte Posts aus diesem Blog

06.01.23 zu Hause

16.12.22 Chambe Hut

06.01.23 Abschied von Malawi am Airport Lilongwe