19.12.22 Zomba

Ich habe die Stadt Zomba am Fusse des Zomba-Plateaus erreicht – im Regen. Draußen zwitschern die Vögel vergnügt, ich sitze in der Lobby des Hostels und warte auf mein vegetarisches Curry mit Reis – 14:20 Uhr, spät für das Mittagessen. Da es aber in den letzten Tagen immer nur Mango mit Toastbrot gab, muss das jetzt sein. Mit eben diesem Frühstück begann der Tag, nachdem der Wecker wieder fünf Uhr klingelte. Ich packte alle meine Dinge, um für die letzte Morgensafari und für die Abreise vorbereitet zu sein. Die Nacht begann sternklar, morgens war es bewölkt. Mein Zimmerchen teilte ich in der Nacht mit möglicherweise etwas größeren Tierchen. Es raschelte und knisterte zeitweise recht laut. Unterm Moskitonetz fühlte ich mich sicher – außer, dass ich mir nicht sicher war, ob die Ritze im Doppelbett nach unten offen war. Jedenfalls verzichtete ich darauf, auf Jagd zu gehen und mich zu beunruhigen. Ich hatte dennoch gut geschlafen und lange genug.

Wir fuhren erst zur benachbarten, komfortableren und deutlich teureren Lodge, um dort ein Paar Einheimischer aus Lilongwe abzuholen. So konnte ich auch einen Blick in diese Anlage erhaschen: schön. Vom Restaurant blickt man auf ein Wasserloch und dahinter erstreckte sich eine große, trockene Grasfläche mit Bäumen. Man sah vereinzelt Paviane – und es schien so, als hätten die Gäste mehr Auslauf als ich.

Es war wieder der gleiche Guide wie gestern. Es gab wieder die gleichen alltäglichen Tiere: Impalas, Warzenschweine, Kudus, …

An einer Beobachtungsplattform hatten wir dann das Glück, Wildhunde zu entdecken: das einzige Rudel in ganz Malawi und generell eine große Seltenheit inzwischen. Der Park hat sogar mehrere Löwen, Nashörner, Giraffen. Aber all diese Tiere blieben auch bei der dritten Runde verborgen. Am Fluss gab es noch ein großes Krokodil am gegenüberliegenden Ufer, einen Wiedehopf am Rande der Strecke. Dennoch waren die zwei Tage faszinierend – mit dreihundert Euro aber auch sündhaft teuer. Um zurück nach Chikwawa zu kommen, rief man mir jemanden mit einem Moped herzu. Das waren wieder neuntausend Kwatcha für die halbe Stunde auf dem Bike. Diesmal war der Fahrer ein junger Typ, der gut ausgebildet wirkte, auch das Moped war top in Schuss. Nichts klapperte und der Helm sah aus wie neu – daher benutze ich ihn auch gern.

Ab da ging es mit vier Minibussen bis kurz vor Blantyre, von Blantyre nach Limbe und von dort nach Zomba. Teilweise waren die Busse ziemlich marode, besetzt mit bis zu fünfundzwanzig Leuten wieder. Der letzte Bus musste erst wieder zur Tankstelle, den Rücklehnen fehlte teilweise jedes Polster. Außerdem ging es noch an drei Stellen zum Luftpumpen. Schließlich bin ich jetzt froh in Zomba zu sein. Das Hostel hat keine Privatzimmer mehr. Ich wollte dennoch hier bleiben, da es richtige Backpacker-Atmosphäre hat. Ich hab also ein Bett in einem 4-Bett-Zimmer und einen großen abschließbaren Schrank. Wenn ich allein bleibe, bleibe ich vielleicht auch drei Nächte. Morgen will ich auf das Plateau, heute durch Zomba bummeln. Es liegt noch ein längerer Tag vor mir. Gemütlich ist es in dem Zimmer nicht – also wirklich nur zum Schlafen unter dem Moskitonetz. 






Beliebte Posts aus diesem Blog

06.01.23 zu Hause

16.12.22 Chambe Hut

06.01.23 Abschied von Malawi am Airport Lilongwe