13.12.22 Chitakale, am Fusse des Mt. Mulanje
In Blantyre gab es ein gutes Frühstück mit baked beans, Spiegelei, Toast, Bratwurst und Kaffee.
Mein Zimmer und das Frühstück konnte ich mit Kreditkarte bezahlen.
Wenig später machte ich mich auf den Weg zum Berg Mt. Mulanje. Das erste Stück zur Busstation lief ich zu Fuss. Ich musste nicht ganz soweit laufen, da zuvor ein Minibus Richtung Limbe bereit stand - zur Nachbarstadt. Die halbe Stunde kostete ca. dreißig Cent. Ich saß mit meinem Rucksack in Reihe zwei neben dem Kassierer, der immer und immer wieder die Schiebetür aufriss und zustieß, seinen Sitz umfaltete, um Passagiere auf die hinteren drei Reihen rein oder rauszulassen. Immer, wenn es an Fussgängern vorbeiging schrie er "Limbe" aus dem Fenster - aber eigentlich hing er mit dem halben Oberkörper sowieso durchs Fenster. Sehr aufmerksam fragte man, wohin ich weiter möchte - wir hielten dann auch direkt neben meinem Anschlussbus nach Mulanye. Ich saß vorn links - inzwischen hab ich mich an den Linksverkehr gewöhnt - dadurch hatte ich eine tolle Sicht. Die Straße war dann voller voll beladener Fahrräder mit großem langen Grünzeug (Mais, Zuckerrohr oder was weiß ich), oder beladen mit Holz oder Holzkohle. Beides ein Problem hier. Es werden Wälder abgeholzt und Köhler brennen illegal die Kohle. Der Staat hat es nicht im Griff. Aber der Brennstoff ist auch das einzige, was das Volk hier hat. Ob zum Essen kochen, zum Ziegel brennen oder für anderes Handwerk.
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| No Foto - aber liebevoll aufgestapelte Tomaten |
Etwa im Ort Kando war ein riesiger Markt entlang der Straße, tausende Fahrräder standen oder lagen herum. Meist robust zusammengeschweißte Gepäckträger oder Sitze für Passagiere hinten.
Am liebsten hätte ich dort viele Fotos gemacht - es war beeindruckend. Beim Halten kamen dutzende Händler und priesen ihre Waren an: meist Knabbereien für unterwegs oder Elektronik, Ledergürtel, Obst, Gemüse. Es ist Mango-Saison! Zwei leckere große Früchte habe ich mir schon gegönnt, immer nach gründlichem Händewaschen. Es gehen eine Menge Krankheiten hier um: Typhus, Polio, Cholera gerade auch. Es war erschütternd, als ich heute an zwei Sargschreinereien vorbeifuhr: es waren fast nur Kindersärge ausgestellt am Straßenrand. Zwischendurch waren zwei Polizeikontrollen. Wir wurden angehalten, aber richtig kontrolliert hat keiner was. Der Minibus schien gut in Schuss: stellenweise fuhren wir mit 120km/h. Auch auf dieser Strecke fragte man mich mehrfach, wo ich rauswill.
Im Touristenoffice an der Kreuzung sprach man nicht so gut Englisch. Eigentlich wollte ich mich einer Gruppe anschließen. Ein Guide kreuzte auf - erst war ich sehr reserviert, da ich nicht wusste, welche Rolle er spielt. Aber er schien dazuzugehören und sich auszukennen - und ist nett. Nun bezahle ich etwa 20$ am Tag für Guide und Träger. Lebensmittel musste ich selbst kaufen - der Träger schleppt das Zeug für mich - für vier Tage.
Dazu kommt noch der Preis für die Nacht auf der Hütte und Trinkgeld für den Hüttenwirt.
Der Berg ist wolkenverhangen - das wird wohl so bleiben. Wir wollen sechs Uhr aufbrechen - fünf Uhr dreißig bekomme ich Frühstück.
Es soll recht kühl sein da oben und es ist mit heftigem Regen zu rechnen. Ein wenig erinnert mich dieser recht abrupt aus dem Flachland aufragende Berg an den Roraima in Venezuela - dieser Tafelberg war allerdings unvergleichlich interessant in eine wunderbare Landschaft gebettet.
Mein Mittagessen vor dem gemeinsamen Einkauf mit dem Guide bestand wieder aus Kartoffelspalten und Hühnchen - frisch frittiert am Straßenrand für reichlich einen Euro.
Für das Abendessen sitze ich am Touristenoffice und werde mir noch eine Pizza bestellen. Vom Obergeschoss war vorhin einer der Tourismusmanager zu mir gekommen, hat freundlich das Gespräch gesucht und meine Brille geputzt. Er gab mir einen Tipp für eine Lodge im Liwonde Nationalpark. Das kostet wohl um die dreißig Dollar mit Halbpension und machte einen guten Eindruck. Auch Touren bietet man dort an, per Boot oder Truck.
Ausserdem habe ich hier mein Handy aufladen können - aber die 500 Kwat waren ganz schnell wieder aufgebracht. Ich muss nochmal was draufbuchen...
Auch das hat jetzt geklappt: 1GB für 30 Tage - für 2€. Damit komme ich vielleicht eine Woche hin... Das Ersatzhandy ist als Hotspot geschaltet, wenn ich es benötige.
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| Der Mount Mulanje - in Wolken gehüllt. |
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| Der erste Blick auf den Mt. Mulanje |


