12.12.22 Blantyre - am Morgen
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| Die Lodge am Morgen |
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| Im Durchgang zum Garten |
Heute will ich hier erst einmal ankommen…Ich hatte gut geschlafen unter dem Moskitonetz, nachdem ich gestern ein gutes Abendessen hatte. Ich hatte mir Pizza gegönnt und Samosas als Vorspeise. Vier kleine Flaschen Carlsberg machten den Abend rund. Daneben gab es die gestern erwähnte Band, die dann noch um eine männliche Stimme ergänzt wurde. Abgesehen davon, dass es etwas zu laut war, war die Band richtig gut – die Sänger hatten tolle Stimmen – Afrika eben. Als es nachts ruhiger wurde, klang die Nacht plötzlich fremd und tropisch, auch ein großes Fledertier flatterte am Nachthimmel – sonst gab es keine Begegnung mit Tieren, auch keine Mücken bisher.
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| nochmal die Band vom Abend |
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| und die Bar |
Ich war 6.15 Uhr wach geworden. Wenig später machte ich mich auf den Weg. Das Restaurant war noch wie ausgestorben, nur die endlos vielen Schnapsflaschen waren von der Bar weggeräumt worden. Also kein Frühstück hier. Ich lief das kleine Stück durch den schlammigen Busbahnhof bis zur Hauptstraße. Da war dann nicht mehr viel zu sehen, wo ich hätte frühstücken können. Zurück zum Busplatz also: dort fand ich einen Stand, in dem Kartoffelspalten und Hühnchen frittiert wurden. Zwei junge Männer schnitten bzw. schälten Kartoffeln, einer zerschnitt das Hühnerfleisch und einer saß am Feuer, auf dem das heiße Öl brutzelte. Der Preis von etwa einem Euro passte – dass es dafür eine große Portion gab, hätte ich nicht erwartet.
Die Kartoffeln kamen nochmal ins heiße Öl, unter etwa zwanzig Plastiktellern wurde der beste für mich ausgesucht. Als Besteck gab es einen Zahnstocher. Nachdem ich dann eine Weile mit dem Schweizermesser rumgepickt hatte, reichte mir einer der Jungs noch eine frisch gespülte Gabel. Ein sonderbares Frühstück – aber ich hab mich schon einmal tief in den afrikanischen Alltag begeben. Die Jungs waren auch davon überrascht, dass ich dort bei ihnen auf dem niedrigen Bänkchen und Tischlein essen wollte. Sie hatten dann die Bank extra für mich abgewischt. Ähnlich aufregend war der Friseurbesuch danach. Für einen halben Euro bearbeitete mich ein großer kaum erwachsener Junge mit einer elektrischen Schere. Offensichtlich wußte er nicht so recht, wie er mein verstrubbeltes, grob welliges Haar in den Griff bekommen kann. Mit der Schere setzte er nicht an der Kopfhaut an, sondern fräste die Haare von der Oberfläche her kürzer – wie man es wohl bei einer üppigen Negerkrause tut. Ich bin ja gespannt, wie das nach dem Duschen aussehen wird. Jedenfalls sind die Haare kürzer und ich hab was erlebt.
Zurück am Hotel wurde gerade die Terrasse gekehrt und so viel Müll zusammengetragen. Ein Europäer saß beim Frühstück. Ich versuchte es dann mit einem Kaffee. Der Kellner entschuldigte sich, dass es dauern wird. Ich ging also nochmal kurz ins Zimmer, um mein Handy aufzuladen und mein Basecap zu suchen. Als ich zurückkam, gab es einen üppig großen Kaffee. Genau das richtige jetzt. Es hing wohl daran, dass es nur einen Kaffeebereiter gibt, den der Brite (?) gerade in Beschlag hatte, dass ich so lange auf meinen Kaffee warten musste.
Ich laufe dann mal zum Stadtzentrum und schaue, wo morgen der Bus abfahren wird, der mich zum Mt. Mulanje bringen soll. Es wird nicht leicht werden mit dem Wandern, vom Allein-Aufbrechen wird abgeraten. In meiner Unterkunft gibt es ein schwarzes Brett mit einigen Infos und Kontaktdaten. Es gibt auch von jeder Berghütte eine Beschreibung. Ja! Das dürfte abenteuerlich werden. Der höchste Gipfel ist wohl um die dreitausend Meter hoch. Zweieinhalb und gute Aussicht würde mir reichen.



